• Parsifal

    Parsifal

    Oper von Richard Wagner Staatsoper Wien
    Opernring 1
    1010 Wien
     

    Parsifal Staatsoper Wien Do 25.Mär 2027
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    Parsifal Staatsoper Wien Mo 29.Mär 2027
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    Parsifal Staatsoper Wien Do 01.Apr 2027
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    Parsifal Staatsoper Wien Sa 03.Apr 2027
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    Der Män­ner­bund der Grals­rit­ter ist in die Kri­se ge­ra­ten. Denn im­mer wie­der de­ser­tie­ren Rit­ter in das Ge­gen­reich des Zau­be­rers Kling­sor, der vom Kreis der Rit­ter zu­vor zu­rück­ge­wie­sen wor­den war.

    Mit Hil­fe von ver­füh­re­ri­schen Frau­en, al­len vor­an Kun­dry, ge­lingt es die­sem, die Rit­ter zu Fall zu brin­gen. So­gar Grals­kö­nig Am­for­tas kann er so zu ei­nem Fehl­tritt ver­lei­ten. Er ent­wen­det ihm sei­nen hei­li­gen Speer und schlägt ihm ei­ne un­heil­ba­re Wun­de. Da­durch ist Am­for­tas sei­ne ri­tu­el­le Pflicht der Grals­ent­hül­lung zur Tor­tur ge­wor­den. Ein­zig ei­nem rei­nen To­ren ist es be­stimmt, den Sün­den­fall des Grals­kö­nigs rück­gän­gig zu ma­chen und sei­ne ver­hee­ren­den Fol­gen auf­zu­he­ben.

    Es ist Wag­ners kom­po­si­to­ri­sche und dra­ma­tur­gi­sche Er­in­ne­rungs­per­spek­ti­ve im Parsifal, aus der ich mei­ne sze­ni­sche Kon­zep­ti­on ent­wi­ckelt ha­be: Ein er­wach­se­ner Mann mei­nes Al­ters er­in­nert sich an den jun­gen Mann, fast noch den Bur­schen, der er ein­mal war. Wag­ners Mu­sik geht bei uns aus der in­ne­ren Be­we­gung des Pro­ta­go­nis­ten her­vor und steht im Kon­text ei­ner sze­ni­schen Ver­suchs­an­ord­nung. Par­si­fal wird von sei­nen Er­in­ne­run­gen ein­ge­holt oder über­mannt, manch­mal ver­irrt er sich in ih­nen. Er ent­deckt Ver­dräng­tes. Die nicht nur zeit­li­che Zä­sur zwi­schen den ers­ten bei­den und dem drit­ten Akt hat mich da­zu ge­führt, die Ge­schich­te von dem ge­reif­ten Par­si­fal gleich­sam in ei­ner Rück­blen­de er­zäh­len zu las­sen, die uns durch das Ge­sche­hen der ers­ten bei­den Ak­te führt, bis wir im 3. Akt in der Ge­gen­wart des Er­zäh­lers an­ge­kom­men sind. In al­len drei Ak­ten kommt es zu ei­ner in mei­nem Ver­ständ­nis sa­kra­len oder auch mys­ti­schen Be­geg­nung zwi­schen dem da­ma­li­gen und dem heu­ti­gen Par­si­fal. Wich­tig ist mir zu be­to­nen, dass ich ei­nen poe­ti­schen Er­in­ne­rungs­raum ge­schaf­fen ha­be, in dem es – ge­nau wie in un­se­rer Er­in­ne­rung auch – Wi­der­sprü­che ge­ben kann und in dem sich ver­schie­de­ne Ebe­nen über­la­gern oder wie in ei­ner Über­blen­dung ab­lö­sen kön­nen. (Ki­rill Se­re­bren­ni­kov)

    Wir emp­feh­len den Be­such die­ser Pro­duk­ti­on ab 14 Jah­ren.

    Für die weit­ge­hend in­tui­ti­ve Ver­ständ­lich­keit sei­ner Mo­ti­ve sorgt Wag­ner ein­mal mehr durch reich­hal­ti­ges Zi­tie­ren aus dem To­pos­schatz der eu­ro­päi­schen Mu­sik: Das Abend­mahl­the­ma ge­mahnt an die Klang­sphä­re des Cho­rals; der Blech­blä­ser­klang von Grals- und Par­si­fal-Mo­tiv steht für die Herr­schafts­dis­po­si­ti­on ein, wo­bei die Ton­sprün­ge, Punk­tie­run­gen und quir­li­ge Rhyth­mik des zwei­ten un­be­küm­mer­te Nai­vi­tät dar­stel­len. Dar­über hin­aus voll­zie­hen die äu­ßerst fle­xi­bel be­han­del­ten Mo­ti­ve auch die in­ne­ren und äu­ße­ren Ver­wand­lun­gen mit. Be­son­ders das Par­si­fal-The­ma wird in Ein­heit mit dem Rei­fungs­pro­zess des Hel­den viel­fach um­ge­stal­tet, bis es zu­letzt kö­nig­lich da­her­kommt. (Me­la­nie Wald-Fuhr­mann)
     
    Wag­ner selbst hat­te ei­nen eher nüch­ter­nen Be­griff von Wei­he, wie zu­min­dest sein Auf­satz Das Büh­nen­weih­fest­spiel in Bay­reuth 1882, ein Rück­blick auf die Fest­spie­le des Jah­res 1882 mit den ers­ten Parsifal-Auf­füh­run­gen, aus­weist. Wei­he ist dar­in iden­tisch mit der Be­geis­te­rung, wel­che die aus­füh­ren­den Mu­si­ker, Sän­ger und Dar­stel­ler und das ge­sam­te En­sem­ble der Mit­wir­ken­den bei der künst­le­ri­schen Ar­beit be­seel­te und ein­te; Wei­he be­schreibt dar­in den ei­gen­tüm­li­chen Geist der Auf­füh­run­gen, de­ren Be­son­der­heit Wag­ner in der Fer­ne zum ge­wohn­ten Opern­thea­ter und -be­trieb sah und zur All­täg­lich­keit von Welt und Le­ben über­haupt. In die­sem Sin­ne ist die „Wei­he der Welt­ent­rü­ckung“ zu be­grei­fen, von der Wag­ner in dem Auf­satz spricht. Je­den­falls dul­det es kei­nen Zwei­fel, dass Wei­he im Ver­ständ­nis von Wag­ners Auf­satz nicht Re­li­giö­ses, Mys­tisch-Er­ha­be­nes, Kirch­lich-Ze­re­mo­ni­el­les oder der­glei­chen meint. (Egon Voss)

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    (Quelle: wiener-staatsoper.at)