• Fidelio

    Fidelio

    Oper von Ludwig van Beethoven Staatsoper Wien
    Opernring 1
    1010 Wien
     

    Fidelio Staatsoper Wien Sa 09.Jan 2027
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    Fidelio Staatsoper Wien Di 12.Jan 2027
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    Fidelio Staatsoper Wien Fr 15.Jan 2027
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    Fidelio Staatsoper Wien Mo 18.Jan 2027
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    Da Flo­res­tan die bru­ta­len und ge­setz­lo­sen Will­kür­ak­te Don Pi­zar­ros auf­de­cken woll­te, hat­te ihn die­ser aus Ra­che in ei­nem von ihm ge­führ­ten Staats­ge­fäng­nis ein­ge­ker­kert, wo Flo­res­tan un­ter un­mensch­li­chen Be­din­gun­gen ve­ge­tie­ren muss.

    Um ihn zu be­frei­en, ver­dingt sich sei­ne Frau Leo­no­re, als Mann ver­klei­det un­ter dem Na­men Fi­de­lio, als Schlie­ßer. Und tat­säch­lich ge­lingt es Leo­no­re, die ge­plan­te Er­mor­dung ih­res Gat­ten durch Pi­zar­ro im letz­ten Mo­ment zu ver­hin­dern. Und so kann der zu In­spek­ti­ons­zwe­cken im Ge­fäng­nis ein­tref­fen­de ge­rech­te Mi­nis­ter sei­nen Freund Flo­res­tan und al­le wei­te­ren po­li­ti­schen In­haf­tier­ten wie­der in Frei­heit set­zen.

    Re­gis­seur Ni­ko­laus Hab­jan hat Beethovens ein­zi­ge, in Wien ur­auf­ge­führ­te Oper in­sze­niert und ei­ne zeit­lo­se, über ei­ner kon­kre­ten Epo­che ste­hen­de Sicht auf das Werk ge­schaf­fen. Leo­no­re und Flo­res­tan wer­den in die­ser In­sze­nie­rung je­weils durch ei­ne Pup­pe ver­dop­pelt, gleich­sam in ein In­nen­le­ben, ei­nen See­len­aus­druck und ei­ne äu­ße­re Fi­gur auf­ge­spal­ten. So wird et­wa Leo­no­res quä­len­der Span­nungs­zu­stand zwi­schen hef­tigs­ter Emo­tio­na­li­tät und dem Druck, ih­re ech­te Iden­ti­tät zu ver­ber­gen, ver­deut­licht. »Wenn man dar­über nach­denkt, was Beethoven mit sei­nen Wer­ken woll­te, dann stößt man im­mer wie­der auf ei­ne ganz gro­ße Idea­li­sie­rung. Und ei­ne sol­che steht über ei­ner kon­kre­ten Epo­che. Da­her möch­te ich et­was schaf­fen, das letzt­lich zeit­un­ab­hän­gig ist. Je we­ni­ger ich nun ver­su­che, die Hand­lung in ei­ne en­ge, zeit­lich oder po­li­tisch ex­ak­te Si­tua­ti­on zu set­zen, des­to zeit­lo­ser wird die Ar­beit. Es geht um die gro­ßen The­men, die Beethoven ver­han­delt, und die ver­steht man auch ganz klar, oh­ne ei­nen his­to­ri­schen Be­zugs­rah­men zu nüt­zen.« (Ni­ko­laus Hab­jan)
     
    Beethovens Fidelio ist in man­chem noch stark in der tra­di­tio­nel­len Sing­spiel­welt ver­haf­tet, weist aber gleich­zei­tig, was die Emo­tio­na­li­tät und die Af­fi­ni­tät zum Mu­sik­dra­ma an­be­langt, weit in die Zu­kunft vor­aus. Nicht zu­letzt in so ein­zig­ar­ti­gen Ab­schnit­ten wie in Flo­res­tans fie­brig-vi­sions­haf­ter Ker­ker-Ari­e, in Leo­no­res ein­dring­li­cher Be­schwö­rung der Hoff­nung, in Pi­zar­ros grau­sam-tri­um­phie­ren­dem »Ha, welch ein Au­gen­blick!«, im viel­schich­tig, kost­bar-schwe­ben­den Quar­tett »Mir ist so wun­der­bar« und schließ­lich im fre­ne­tisch auf­bran­den­den Ju­bel­chor am Schluss.
     
    Lud­wig van Beethoven hat mit Fidelio nur ei­ne ein­zi­ge Oper voll­en­det, die­se aber in drei Fas­sun­gen: Zu­nächst über­trug und be­ar­bei­te­te Joseph Sonn­leit­hner, Di­rek­tor des Thea­ter an der Wien, Pierre Gaveaux’ und Jean Nicolas’ fran­zö­si­sche Ret­tungs­oper Léonore, ou L’Amour conjugal ins Deut­sche. Beethoven ver­ton­te die­ses Li­bret­to und brach­te es 1805 un­ter dem Ti­tel Fidelio zur Ur­auf­füh­rung. Ein Jahr spä­ter wur­de die ers­te Über­ar­bei­tung als Leonore her­aus­ge­bracht, 1814 schließ­lich die letz­te, heu­te üb­li­che Fas­sung, als Fidelio. Zur Wie­der­er­öff­nung der Wie­ner Staats­oper nach der Zer­stö­rung im Zwei­ten Welt­krieg setz­te man be­wusst Fidelio an – als Sinn­bild für Hoff­nung, Ge­schwis­ter­lich­keit und für die nach der Na­zi-Dik­ta­tur wie­der­ge­won­ne­ne Frei­heit.

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    (Quelle: wiener-staatsoper.at)