• Il barbiere di Siviglia

    Il barbiere di Siviglia

    Oper von Gioachino Rossini Staatsoper Wien
    Opernring 1
    1010 Wien
     

    Il barbiere di Siviglia Staatsoper Wien Fr 09.Okt 2026 19:00
    replace me !
    Il barbiere di Siviglia Staatsoper Wien Di 13.Okt 2026 19:00
    replace me !
    Il barbiere di Siviglia Staatsoper Wien Fr 16.Okt 2026 19:00
    replace me !
    Il barbiere di Siviglia Staatsoper Wien Mo 19.Okt 2026 19:30
    replace me !
    Il barbiere di Siviglia Staatsoper Wien Fr 02.Apr 2027
    replace me !
    Il barbiere di Siviglia Staatsoper Wien Di 06.Apr 2027
    replace me !
    Il barbiere di Siviglia Staatsoper Wien Fr 09.Apr 2027
    replace me !

    Graf Almaviva liebt Rosina – und sie ihn. Doch ihr Vor­mund Don Bartolo will sie selbst hei­ra­ten und hält sie streng be­wacht.

    Un­ter­stützt wird er von Don Basilio, der In­tri­gen spinnt. Hil­fe kommt von Figaro, dem ge­witz­ten Bar­bier, der Almaviva mit List und Ver­klei­dun­gen Zu­gang zu Rosina ver­schafft. Trotz al­ler Hin­der­nis­se und ko­mi­scher Ver­wick­lun­gen ge­lingt es den Lie­ben­den am En­de, Bartolo zu über­lis­ten und zu­ein­an­der zu fin­den.

    Her­bert Fritschs In­sze­nie­rung des Il barbiere di Siviglia geht zu­rück zu den Wur­zeln des Werks in der Com­me­dia dell’ar­te, um von dort aus et­was völ­lig Ei­gen­stän­di­ges zu kre­ie­ren. Die­se Kre­a­ti­on liegt zu­nächst buch­stäb­lich in den Hän­den der Sän­ge­rin­nen und Sän­ger, sie fül­len die Com­me­dia-Ty­pen, von de­nen Ros­si­ni und sein Li­bret­tist Ster­bi­ni aus­gin­gen, mit Le­ben in Form je­ner „Ver­grö­ße­rung“ ins Gro­tes­ke, die Her­bert Fritschs Re­gie­ar­bei­ten aus­zeich­net. All das gänz­lich oh­ne Re­qui­si­ten, da­für in be­mer­kens­wer­ter Aus­stat­tung: Die Kos­tü­me von Vic­to­ria Beer trans­fe­rie­ren die Mo­de des Ro­ko­ko und die gro­tes­ke „Mac­ca­ro­ni“-Pe­rü­cken­mo­de frü­her eng­li­scher Dan­dys aus dem 18. Jahr­hun­dert in ei­ne Fan­ta­sie­welt, die in Her­bert Fritschs Büh­nen­bild ide­al re­prä­sen­tiert ist. Dort bil­den groß­flä­chi­ge far­bi­ge Fo­li­en­bah­nen com­pu­ter­ge­steu­ert stän­dig wech­seln­de Schau­plät­ze: Gas­sen, Plät­ze, Ge­bäu­de oder ein­fach Or­te, die den han­deln­den Fi­gu­ren zur Büh­ne wer­den. Da­bei bleibt die Büh­ne stän­dig in Be­we­gung, ein­mal stär­ker, dann zu­rück­ge­nom­me­ner, aber oh­ne je­mals still­zu­ste­hen. Das per­fek­te Am­bi­en­te, aber auch die per­fek­te Me­ta­pher für Ros­si­nis Il barbiere di Siviglia.
     
    Fi­ga­ros Ca­va­ti­ne „Lar­go al fac­to­tum“ ist die Kenn­me­lo­die des Il barbiere di Siviglia, doch Ros­si­nis Meis­ter­stück ist noch mit weit mehr Klei­no­di­en ge­spickt. Die Ko­lo­ra­tur-Ca­va­ti­ne „Una Vo­ce po­co fa“ et­wa gibt Ro­si­na-In­ter­pre­tin­nen glän­zen­de Ge­le­gen­hei­ten zu bril­lie­ren, und das­sel­be gilt et­wa für das „Ec­co ri­den­te in cie­lo“ des Con­te. Li­bret­tist Ce­sa­re Ster­bi­ni ver­sorg­te Ros­si­ni mit idea­len Mu­si­zier-An­läs­sen und trug so ent­schei­dend zur enor­men Büh­nen­wirk­sam­keit des Werks bei, et­wa im Fi­na­le des ers­ten Ak­tes, wo das kon­trol­lier­te Cha­os ei­nes „Ros­si­ni-Cres­cen­do“ re­giert: Das im Text be­schwo­re­ne Bild ei­ner »Höl­len­schmie­de« malt die Mu­sik mit dem Klang von Häm­mern und Am­bos­sen ge­nüss­lich aus. Der viel­be­schäf­tig­te Kom­po­nist muss­te sein be­rühm­tes­tes Werk in kür­zes­ter Zeit schrei­ben – auch se­riö­se Quel­len ge­hen da­von aus, dass die Kom­po­si­ti­on nicht mehr als zwei Wo­chen in An­spruch ge­nom­men ha­ben kann. Um in der kur­zen Zeit zum Ziel zu kom­men, ver­wen­de­te Ros­si­ni wie häu­fig Ma­te­ri­al aus sei­nen frü­he­ren Wer­ken; ein Bei­spiel von vie­len ist die Ge­wit­ter­mu­sik aus dem zwei­ten Akt, die zu­vor be­reits in den bei­den 1812 ur­auf­ge­führ­ten Opern Il pietro di paragone und L’occasione fa il ladro ver­wen­det wur­de.
     

    Als »Fak­to­tum der gan­zen Stadt« stellt sich Fi­ga­ro, der Bar­bier von Se­vil­la, vor, als Hel­fer in al­len Le­bens­la­gen. Wie al­le Bar­bie­re sei­ner Zeit ist er nicht nur für Bart- und Haupt­haar­pfle­ge zu­stän­dig, son­dern auch fürs Zäh­ne­rei­ßen und den Ader­lass. Dar­über hin­aus um­fasst Fi­ga­ros An­ge­bot auch Dienst­leis­tun­gen für Ver­lieb­te und Hei­rats­wil­li­ge, wie heim­li­chen Brief­trans­port oder Ständ­chen im Auf­trag.

    Ur­auf­ge­führt wur­de die Oper un­ter dem Ti­tel Almaviva, o sia L’inutile precauzione (Al­ma­vi­va oder Die nutz­lo­se Vor­sicht) – Haupt­fi­gur war al­so Graf Al­ma­vi­va. Schnell fo­kus­sier­te sich die Pu­bli­kums­lie­be je­doch auf den ex­tro­ver­tier­ten Bar­bier. Tat­säch­lich sind es aber nicht die im­mer wie­der es­ka­lie­ren­den Stra­te­gien des Bar­biers, son­dern die Macht­mit­tel des Ad­li­gen, die sei­ner Lie­be zum Sieg ver­hel­fen. Und dass Fi­ga­ros gu­te Rat­schlä­ge den Gra­fen nie ans Ziel füh­ren, ist am (glück­li­chen) En­de nicht nur zu ver­schmer­zen, son­dern von Ros­si­ni und sei­nem Li­bret­tis­ten Ce­sa­re Ster­bi­ni na­tür­lich in­ten­diert. Denn auf den Um­we­gen, die die­ser Bar­bier nimmt, ent­ste­hen die ko­mischs­ten Si­tua­tio­nen und er­klin­gen ei­ni­ge der um­wer­fends­ten Me­lo­di­en, die Ros­si­ni kom­po­niert hat. Ce­sa­re Ster­bi­nis Vor­la­ge war das 1775 ur­auf­ge­führ­te gleich­na­mi­ge Stück von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais. Die­ser ver­wan­del­te Fi­gu­ren­ty­pen und Hand­lungs­ele­men­te der ita­lie­ni­schen Steg­reif­ko­mö­die, der Com­me­dia dell’ar­te, zu­nächst in ei­ne Opé­ra-co­mi­que, dann in ei­ne Pro­sa­ko­mö­die, in die auch Ein­drü­cke ei­ner Spa­ni­en­rei­se ein­ge­gan­gen sind. Das Stück ist der ers­te Teil von Beaumarchais’ Fi­ga­ro-Tri­lo­gie, de­ren zwei­ter Teil vor al­lem in der Opern­fas­sung von Lorenzo Da Ponte und Wolfgang Amadeus Mozart die Welt er­obert hat.

     

    Sichern Sie sich Tickets für die Wiener Staatsoper und buchen Sie Ihre Karten jetzt auf viennaticket.at.

    (Quelle: wiener-staatsoper.at)