• Turandot

    Turandot

    Oper von Giacomo Puccini Staatsoper Wien
    Opernring 1
    1010 Wien
     

    Turandot Staatsoper Wien Mi 10.Feb 2027
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    Turandot Staatsoper Wien So 14.Feb 2027
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    Turandot Staatsoper Wien Mi 17.Feb 2027
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    Turandot Staatsoper Wien Sa 20.Feb 2027
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    Turandot Staatsoper Wien Di 23.Feb 2027
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    Als Ca­laf, der ent­thron­te und nach Pe­king ge­flo­he­ne mon­go­li­sche Prinz, sich in Prin­zes­sin Tu­ran­dot ver­liebt, be­gibt er sich in töd­li­che Ge­fahr:

    Denn nur, wer die drei Rät­sel der Prin­zes­sin löst, kann ihr Bräu­ti­gam wer­den. Wer schei­tert, wird hin­ge­rich­tet – wie al­le bis­he­ri­gen Be­wer­ber. Ca­lafs Va­ter Ti­mur und Liu, die Ca­laf oh­ne sein Wis­sen liebt, be­schwö­ren ihn um­sonst. Er nimmt die Her­aus­for­de­rung an.

    Re­gis­seur Claus Guth stei­gert den im Werk vor­han­de­nen Sur­rea­lis­mus die­ses zu­nächst äu­ßerst grau­sa­men Mär­chens, das er lie­ber als „Pa­ra­bel“ ver­stan­den wis­sen will, ins Gro­tes­ke. Guth sieht Ca­laf, Sohn des flüch­ti­gen Tar­ta­ren­kö­nigs Ti­mur, „in ei­ne Welt ge­wor­fen, die er nicht ver­ste­hen kann“. Es han­delt sich da­bei um ein Sys­tem, das aus sei­ner ei­ge­nen Lo­gik her­aus funk­tio­niert: Prin­zes­sin Tu­ran­dot hat, um sich zu schüt­zen, ei­nen so bru­ta­len wie ef­fek­ti­ven bü­ro­kra­ti­schen Ap­pa­rat um sich her­um auf­ge­baut. Für Re­gis­seur Claus Guth ist ein­deu­tig, dass Tu­ran­dot ihr ei­ge­nes Er­le­ben be­schreibt, wenn sie von dem Schreck­li­chen spricht, das ih­rer Ah­nin Lu-o-lin an­ge­tan wur­de; der Ter­ror­staat ist ih­re Re­ak­ti­on. Die Büh­ne von Eti­en­ne Pluss, die Kos­tü­me von Ur­su­la Krdi­na und die Cho­reo­gra­phie von Som­mer Ul­rick­sen zei­gen ihn von au­ßen wie von in­nen – und auch sei­nen Ver­fall, der für das glück­li­che En­de von Tu­ran­dot und Ca­laf die not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung dar­stellt.

    Puc­ci­ni ko­dier­te sei­ne Par­ti­tur mit Klang­zei­chen, die sein Pu­bli­kum zwei­fels­frei ei­nem fern­öst­li­chen Kul­tur­raum zu­ord­nen wür­de: ei­ner pen­ta­to­nisch grun­dier­ten Klang­spra­che und dem poin­tier­ten Ein­satz von Schlag­werk. Ein­ge­bet­tet in Puc­ci­nis ei­ge­ne Klang­welt er­ge­ben sie ei­nen neu­en Sinn­zu­sam­men­hang, ein Puc­ci­ni-Pe­king, das in fer­ne Wel­ten zu ent­füh­ren scheint, tat­säch­lich aber au­ßer­halb des Thea­ter­rau­mes nicht exis­tiert.

    Ei­ne be­rühm­te Quel­le für Turandot war ei­ne Spiel­uhr aus dem Be­sitz des Ba­rons Edo­ar­do Fas­si­ni-Ca­mos­si, der Puc­ci­ni die The­men ent­nahm, die Tu­ran­dot, den Kai­ser und Ping, Pang und Pong mar­kie­ren. Sei­nen Hel­den Ca­laf sti­li­siert Puc­ci­ni mit für eu­ro­päi­sche Oh­ren ver­trau­ter Mu­sik als Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gur und als ro­man­ti­schen Hel­den, ex­em­pla­risch nach­voll­zieh­bar an „Nes­sun Dor­ma“, der wohl be­kann­tes­ten Te­nor­a­rie der Opern­ge­schich­te.

    Puc­ci­nis Kom­po­si­ti­on en­det mit dem Tod Li­ùs, an die­ser Stel­le ver­starb der Kom­po­nist. Die Neu­pro­duk­ti­on bringt die ur­sprüng­li­che Fas­sung des nach­kom­po­nier­ten Schlus­ses zur Auf­füh­rung, den Fran­co Al­fa­no nach dem Tod Puc­ci­nis im Auf­trag des Ri­cor­di-Ver­la­ges ver­fer­tig­te.

    Drei Rät­sel stellt Tu­ran­dot. Drei Mi­nis­ter war­nen vor dem Tod, der den­je­ni­gen er­war­tet, der an den Rät­seln schei­tert. Und drei Künst­ler ver­such­ten sich dar­an, Gia­co­mo Puc­ci­nis un­voll­en­de­tes Werk im Sinn des ver­stor­be­nen Kom­po­nis­ten zu En­de zu brin­gen.

    In der Par­ti­tur des gro­ßen Mu­sik-Er­zäh­lers Puc­ci­ni ste­hen ein­an­der In­di­vi­du­um und Ge­sell­schaft in hoch­gra­dig ir­ri­tie­ren­der Wei­se ge­gen­über. Das un­er­bitt­li­che Sys­tem, das Tu­ran­dot um sich er­rich­tet hat, trägt Zü­ge von Ze­re­mo­nie und Gro­tes­ke, von to­ta­ler Or­ga­ni­sa­ti­on und ge­lenk­ter Mas­sen­hys­te­rie: Ei­ne Welt, die sich auf­spannt zwi­schen der un­durch­dring­li­chen, tod­brin­gen­den An­zie­hungs­kraft Tu­ran­dots und schein­bar un­aus­ge­setz­ten Ri­tua­len von Be­wer­bung, War­nung, Prü­fung und Mord. Schat­ten und Pries­ter be­völ­kern sie. Grell über­zeich­ne­te Mi­nis­ter spre­chen ih­re War­nun­gen in ei­nem Ton, der auch mu­si­ka­lisch zwi­schen Pro­vo­ka­ti­on und Ver­höh­nung os­zil­liert – man glaubt ih­nen aufs Wort, dass sie Hoch­zeit und Be­er­di­gung zu­gleich vor­be­rei­ten. Als Ba­sis all des­sen – der Par­ti­tur wie des Staa­tes – fun­giert die Men­ge, die wech­sel­wei­se nach Blut schreit und um Gna­de für den Ver­ur­teil­ten bit­tet. Ei­ne un­be­re­chen­ba­re, un­heim­li­che Grö­ße.

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    (Quelle: wiener-staatsoper.at)