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Opernring 11010 Wien
Tristan und Isolde Staatsoper Wien So 04.Apr 2027 replace me !Tristan und Isolde Staatsoper Wien Do 08.Apr 2027 replace me !Tristan und Isolde Staatsoper Wien So 11.Apr 2027 replace me !Tristan und Isolde Staatsoper Wien Do 15.Apr 2027 replace me !Isolde liebt Tristan, und Tristan liebt Isolde. Eine alternativlose, eine chancenlose Liebe, denn Isolde soll König Marke heiraten, um den Frieden zwischen Irland und Kareol zu besiegeln.
Tristan begleitet die zwischen Verachtung und Verzweiflung Schwankende nach Kareol. »Mir erkoren, mir verloren«, singt Isolde über Tristan, und weiter: »Todgeweihtes Haupt! Todgeweihtes Herz!« Nur im Tod scheint die Liebe der beiden möglich. Isoldes Vertraute Brangäne aber verabreicht statt des verlangten Todestranks einen Liebestrank, und das Schicksal der beiden »Nachtgeweihten« nimmt seinen Lauf.
Als die Proben zur Wiener Neuproduktion von Tristan und Isolde beginnen, will der Regisseur Calixto Bieito nicht lange über sein Konzept sprechen. Die Bühnenwelt, die Rebecca Ringst geschaffen hat, die Kostümentwürfe von Ingo Krüger sind in Grundzügen aus der früheren Präsentation bekannt, was er »sonst gesagt hat«, so der Regisseur, sei weiterhin gültig. Er meint seine Andeutungen aus der ersten Präsentation, Andeutungen darüber, wie Tristan und Isolde über eine gemeinsame Geschichte, ein Geheimnis verfügen, wie sie sich erfolglos voneinander befreien wollten, wie sie wieder aufeinandertreffen. Und dass es sich um ein unglaubliches Stück über die Liebe handle.Es ist das Duett im zweiten Akt. Die Herausforderung, die Richard Wagners Tristan und Isolde an jeden szenischen Zugang stellt, kulminiert hier in vierzig Minuten, in denen sich die Liebe zur Metaphysik übersteigert, in denen zwei Figuren im Gesang und in der Musik nicht verschmelzen, sondern sich singend synthetisieren in etwas ganz anderes: Die beiden Nachtgestalten schaffen aus der Liebe, wie Wagner sie denkt, eine eigene Wirklichkeit.Richard Wagner schuf mit dieser Oper das Schlüsselwerk der musikalischen Romantik, wie sie von E. T. A. Hoffmann beschworen wurde: »Glühende Strahlen schießen durch dieses Reiches tiefe Nacht, und wir werden Riesenschatten gewahr, die auf- und abwogen, enger und enger uns einschließen und uns vernichten, aber nicht den Schmerz der unendlichen Sehnsucht«. Zugleich stieß Wagner das Tor zur musikalischen Moderne auf, denn durch die Verselbständigung der Chromatik und die Emanzipation der Dissonanz wird der harmonischen Spannung – sinnbildlich für die erotische Spannung – die Auflösung verweigert. Diese wird erst im Liebestod erreicht, in dem die sterbende Isolde die Auferstehung des toten Tristan halluziniert.
Calixto Bieito, einer der prägenden Musiktheaterregisseure der letzten Dekaden, setzt sich erstmals mit diesem Werk auseinander. Seine Arbeiten thematisieren stets die kreatürliche, todverfallene Leiblichkeit seiner Akteure. Es dürfte spannend werden, diese im Kampf mit dem wagnerschen Tristan-Theorem zu erleben.
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(Quelle: wiener-staatsoper.at)
