• Ballett: Onegin

    Ballett: Onegin

    John Cranko Staatsoper Wien
    Opernring 1
    1010 Wien
     

    Ballett: Onegin Staatsoper Wien So 29.Nov 2026
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    Ballett: Onegin Staatsoper Wien Fr 04.Dez 2026
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    Ballett: Onegin Staatsoper Wien Mo 07.Dez 2026
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    Ballett: Onegin Staatsoper Wien Fr 11.Dez 2026
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    Ballett: Onegin Staatsoper Wien Mo 14.Dez 2026
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    Ballett: Onegin Staatsoper Wien Mi 16.Dez 2026
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    Rast­lo­ser Dan­dy er­kennt in ei­ner bür­ger­li­chen Frau zu spät sei­ne gro­ße Lie­be. Zer­ris­se­ne Brie­fe. Zer­stör­te Le­ben.

    Mit sei­ner Ad­ap­ti­on von Puschkins Vers­ro­man Eugen Onegin schuf John Cranko ein Meis­ter­werk des Er­zähl­bal­letts und ei­nes der be­rühm­tes­ten Hand­lungs­bal­let­te des 20. Jahr­hun­derts. Die im Un­glück en­den­de Lie­bes­ge­schich­te von der jun­gen Frau Tatjana und dem An­ti­hel­den Onegin zeich­net Meis­ter­cho­reo­graf John Cranko zu ver­schie­de­nen Wer­ken Tschaikowskis, je­doch nicht zu des­sen Oper Eugen Onegin. Die Emo­tio­nen und Lei­den­schaf­ten sei­ner Fi­gu­ren wer­den, wie durch ein Brenn­glas be­trach­tet, zum Mo­tor sei­ner Dra­ma­tur­gie, die sich al­lein durch den Tanz er­zählt.

    »Ach, war­um ka­men Sie aufs Land, wo wir so still ver­bor­gen wa­ren? Ich hat­te nim­mer Sie ge­kannt und nie solch Her­ze­leid er­fah­ren.« Tat­ja­nas ver­zwei­fel­ter, nach Onegins Lie­be su­chen­der Brief ist seit John Crankos erst­mals mit dem Stutt­gar­ter Bal­lett 1965 auf­ge­führ­tem Onegin nicht nur Li­te­ra­tur­lieb­ha­be­rin­nen, son­dern auch Bal­lett­ken­nern ein Be­griff. Crankos cho­reo­gra­fi­sche Ad­ap­ti­on des Vers­ro­mans von Alexander Puschkin zählt zu den be­rühm­tes­ten Hand­lungs­bal­let­ten des 20. Jahr­hun­derts so­wie zu den Meis­ter­wer­ken des süd­afri­ka­ni­schen Cho­reo­gra­fen, der mit sei­ner Bal­lett­kunst und sei­nem di­rek­to­ria­len Ge­spür für die För­de­rung von Tän­zerin­nen und an­de­ren Künst­lerin­nen nicht nur das »Stutt­gar­ter Bal­lett­wun­der« schuf, son­dern des­sen Ar­beit im Süd­wes­ten Deutsch­lands seit den 1960er Jah­ren ei­nes der wich­tigs­ten Ka­pi­tel der deut­schen Bal­lett­ge­schich­te mar­kiert.

    Die Cho­reo­gra­fie chan­giert zwi­schen gro­ßen En­sem­ble­sze­nen, in­ti­men Mo­men­ten der vier Haupt­fi­gu­ren und emo­tio­na­len Pas de deux. Onegin steht maß­ge­bend für die In­ter­pre­ta­ti­on und den An­spruch Crankos an das Hand­lungs­bal­lett: »Sein Sinn stand«, so Hartmut Regitz, »nach ei­nem neu­en Ty­pus des abend­fül­len­den Bal­letts, ei­nem Ty­pus, der sich durch die Klar­heit der Hand­lung und psy­cho­lo­gi­sche Pro­fi­lie­rung der Cha­rak­te­re aus­zeich­ne­te und in gi­gan­ti­schen Pas de deux gip­fel­te, die mit ih­rem Emo­ti­ons­reich­tum und ih­rer cho­reo­gra­fi­schen Ra­di­ka­li­tät tän­ze­ri­sche Di­men­sio­nen und Aus­drucks­be­rei­che er­schlos­sen, die man bis da­hin nicht ge­kannt hat­te.«

    John Crankos Bal­lett Onegin ba­siert – wie die Oper Eugen Onegin von Pjotr Iljitsch Tschaikowski – auf dem Vers­ro­man von Alexander Puschkin, geht mu­si­ka­lisch je­doch ei­ge­ne We­ge. Statt Mu­sik aus der Oper zu ver­wen­den, wur­de die Par­ti­tur aus ver­schie­de­nen Wer­ken Tschaikowskis neu zu­sam­men­ge­stellt und ei­gens für das Bal­lett von Kurt-Heinz Stolze be­ar­bei­tet. Den Schwer­punkt bil­den Kla­vier­kom­po­si­tio­nen, ins­be­son­de­re der Zy­klus Die Jahreszeiten op. 37, er­gänzt durch Aus­schnit­te aus Opern und sin­fo­ni­schen Wer­ken. Durch die Kom­bi­na­ti­on kur­zer, fle­xi­bel ein­setz­ba­rer Mu­sik­num­mern ent­steht ei­ne dra­ma­tur­gisch ge­schlos­se­ne Form, in der The­men leit­mo­ti­visch ver­ar­bei­tet und wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Die In­stru­men­ta­ti­on ori­en­tiert sich am Stil Tschaikowskis, ist je­doch be­wusst kam­mer­mu­si­ka­li­scher ge­hal­ten. So ent­steht ei­ne trans­pa­ren­te Klang­spra­che, die die Hand­lung prä­zi­se un­ter­stützt und die gro­ßen or­ches­tra­len Hö­he­punk­te ge­zielt ak­zen­tu­iert.

    Aus fol­gen­den Mu­sik­wer­ken Tschaikowskis wur­de die Par­ti­tur zu­sam­men­ge­stellt: Oxanas Launen op. 14 (1885), Francesca da Rimini, Sym­pho­ni­sche Fan­ta­sie nach Dan­te op. 32 (1876), Romeo und Julia, Du­ett für So­pran, Te­nor & Or­ches­ter oh­ne op. (1893), Drei Stücke für Klavier op. 9 (1870), Sechs Stücke für Klavier op. 19 (1873), Die Jahreszeiten für Klavier op. 37a (1876), Sechs Stücke für Klavier op. 51 (1882), Achtzehn Stücke für Klavier op. 72 (1893), Impromptu für Klavier As-Dur oh­ne op. (1889)

    Ein Du­ell en­det für den erst 38-jäh­ri­gen Puschkin im Jahr 1837 – wie für Lenski in Onegin – töd­lich. Auch Cranko er­reich­te kein ho­hes Al­ter: Er starb wäh­rend des Rück­flugs von ei­ner US-Tour­nee 1973 im Al­ter von nur 45 Jah­ren.
     

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    (Quelle: wiener-staatsoper.at)