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Opernring 11010 Wien
Don Carlo Staatsoper Wien Fr 04.Sep 2026 19:00 replace me !Don Carlo Staatsoper Wien Mo 07.Sep 2026 19:00 replace me !Don Carlo Staatsoper Wien Do 10.Sep 2026 19:00 replace me !Don Carlo Staatsoper Wien So 13.Sep 2026 18:30 replace me !Don Carlo Staatsoper Wien Mi 16.Sep 2026 19:00 replace me !Der spanische Thronfolger Don Carlo hätte die französische Prinzessin Elisabeth heiraten sollen.
Nach einem ersten Kennenlernen sind die beiden ineinander verliebt. Überraschend gibt der spanische König Philipp II. bekannt, Elisabeth selbst heiraten zu wollen. Elisabeth fügt sich aus Staatsräson. Der liberale Marquis Posa rät seinem verzweifelten Freund Don Carlo, sich politisch für eine bessere Zukunft Flanderns zu engagieren. Dadurch geraten Don Carlo und Posa aber in eine gefährliche Gegenscherschaft zum übermächtigen Großinquisitor.
Inspiriert von einem Besuch im japanischen Kyoto Costume Institute, bringt Regisseur Kirill Serebrennikov die Handlung von Don Carlo in einen zeitgenössischen Kontext. Denn auch für sein Bühnenbild ließ er sich von diesem Institut inspirieren – werden dort doch Original-Objekte aus allen Epochen und Kulturen aufbewahrt und entsprechend präpariert und gelagert, um sie vor dem Verfall zu schützen.
Die Auseinandersetzung mit dieser Vergänglichkeit öffnete Serebrennikov eine weitere Dimension von Verdis Oper: das Wissen um die Vergänglichkeit des Menschen, seiner Leidenschaften, seiner Anstrengungen und seiner Taten, den Fluss der Zeit, der merklich oder unmerklich alles von Menschen Gemachte auslöscht und zerstört. Neben diesen beiden Dimensionen – die in ihren Überresten präsente Zeit des 16. Jahrhunderts und die unserer heutigen Gegenwart – gibt es eine dritte Ebene, eine Zwischenzone, in der sich Vergangenheit und Gegenwart vermischen.
Eine wichtige Rolle nimmt in der Inszenierung auch Marquis von Posa ein, die einzige Figur, die historisch nicht belegt ist und die die Aufklärung und den modernen Menschen verkörpert. In Serebrennikovs Inszenierung stellt er einen Aktivisten dar, der die Konsequenzen der Überproduktion und des Überkonsums von Textilien und Kleidung thematisiert.
Die musikalische Sprache weist eine fast schon morbide Raffinesse auf: eine Eleganz, Empfindsamkeit und Entrücktheit der weitgeschwungenen Melodik, eine abgründig verschattete Harmonik, dunkel glühende Orchesterfarben, die alle noch so jähen Kontraste verschleiert und gedämpft erscheinen lassen.Verdi hat mit Unterbrechungen über zwanzig Jahre an dieser Oper gearbeitet. Man unterscheidet nicht weniger als sieben unter unmittelbarer Mitwirkung des Komponisten entstandene Fassungen. Italienische Einstudierungen des in Paris uraufgeführten fünfaktigen Werkes boten Verdi Anlass zu einschneidenden Neuformulierungen und zur Neukomposition ganzer Szenenkomplexe. Eine verdichtete vieraktige Fassung wurde erstmals 1884 an der Mailänder Scala vorgestellt – sie wird auch der Wiener Neuinszenierung zugrunde liegen.Sichern sich Ihre Tickets für einen vergnüglichen Opernabend in der Wiener Staatsoper und buchen Sie Ihre Karten jetzt auf viennaticket.at.
(Quelle: wiener-staatsoper.at)
