• La Clemenza  di Tito

    La Clemenza di Tito

    Oper von Wolfgang Amadeus Mozart Staatsoper Wien
    Opernring 1
    1010 Wien
     

    La Clemenza di Tito Staatsoper Wien So 20.Sep 2026 19:00
    replace me !
    La Clemenza di Tito Staatsoper Wien Mi 23.Sep 2026 19:00
    replace me !
    La Clemenza di Tito Staatsoper Wien Sa 26.Sep 2026 19:30
    replace me !
    La Clemenza di Tito Staatsoper Wien Di 29.Sep 2026 19:00
    replace me !

    Oh­ne von den Be­dro­hun­gen zu wis­sen, die ihn um­ge­ben, ver­sucht der rö­mi­sche Kai­ser Tito, sei­nem Amt und sei­nen ei­ge­nen An­sprü­chen ge­recht zu wer­den.

    Groß­her­zig ver­gibt er sei­nen Geg­nern und hilft den Op­fern des Ve­suv­aus­bruchs. Auch Ser­vi­lia gibt er frei, als ihr Ge­lieb­ter An­nio ihn dar­um bit­tet. Doch Vi­tel­lia, die nach Macht strebt, stif­tet Ses­to zu Mord und Auf­ruhr an. Als das Ka­pi­tol brennt und Ses­to ge­steht, muss Tito ent­schei­den: Stra­fe oder Mil­de.

    Re­gis­seur Jan Lauwers ver­zich­tet in sei­ner In­sze­nie­rung dar­auf, sim­ple Gut-Bö­se-Scha­blo­nen über die Fi­gu­ren zu stül­pen. Statt­des­sen lo­tet er die Viel­schich­tig­kei­ten der Cha­rak­te­re aus und zeigt – wie von Mozart ge­for­dert – eine »wah­re Oper«, al­so wah­re Men­schen, wah­re See­len­land­schaf­ten. Es ge­lingt ihm, Mu­sik und Bild, Vi­deo und Tanz, Raum und Klang mit­ein­an­der zu ver­we­ben und so ein um­fas­sen­des Kunst­werk zu er­schaf­fen. Mehr­deu­tig­keit ist da­bei be­stim­men­des Prin­zip: Lauwers schafft ei­nen as­so­zia­ti­ons­rei­chen Raum, in den man in­tui­tiv ein­tau­chen kann. Im Sin­ne ei­ner Viel­deu­tig­keit ver­or­tet der Re­gis­seur die Hand­lung we­der zeit­lich noch ört­lich, son­dern ent­wirft über­zeit­li­che Bil­der voll sug­ges­ti­ver Er­zähl­kraft.
     

    Dem Kom­po­si­ti­ons­auf­trag und der Vor­la­ge, ei­nem Li­bret­to Pie­tro Me­ta­sta­si­os, ent­spre­chend, warf Mozart mit La cle­men­za di Tito ei­nen Blick zu­rück auf die Opera seria. In­dem er mit ei­ner laut sei­nem Werk­ver­zeich­nis „zu ei­ner wah­ren Oper re­du­zier­ten“ Fas­sung des Dresd­ner Hof­dich­ters Ca­te­ri­no Maz­zo­là ar­bei­te­te, hat­te der Kom­po­nist al­ler­dings ei­ne kom­pak­te­re und der mu­si­ka­li­schen Dy­na­mik ent­ge­gen­kom­men­de­re Fas­sung zur Ver­fü­gung: Von den ur­sprüng­lich 25 Ari­en blie­ben nur sie­ben er­hal­ten, vier mit neu­em Text ka­men hin­zu.

    Auch in­ner­halb der zur Ent­ste­hungs­zeit ge­lob­ten „stren­gen Form“ ge­lan­gen Mozart er­grei­fen­de Mo­men­te wie das Du­ett No. 7 (An­nio und Ser­vi­lia). Das Quin­tett zum Fi­na­le des 1. Ak­tes weist als span­nungs­rei­ches Ak­ti­ons­fi­na­le über die äl­te­re Opera seria hin­aus und ver­mag so­gar Er­in­ne­run­gen an die Fi­na­li der Da-Pon­te-Opern auf­blit­zen zu las­sen. Be­mer­kens­wert sind auch die Ari­en mit ob­li­ga­tem Kla­ri­net­ten- bzw. Bas­set­horn­so­lo (No. 9, Ses­to und No. 23, Vi­tel­lia), die Mozart für sei­nen Freund und Lo­gen­bru­der An­ton Stad­ler schrieb, ei­nen Vir­tuo­sen auf bei­den In­stru­men­ten.

    Als Krö­nungs­oper an­läss­lich der Krö­nung Kai­ser Le­o­polds II. hat­ten die böh­mi­schen Stän­de das Werk be­auf­tragt – ei­ne Krö­nung, die Jo­seph II. noch ver­wei­gert hat­te. La cle­men­za di Tito war von den vom Kle­rus und Adel do­mi­nier­ten Stän­den auch als ein Ap­pell an die Mil­de Le­o­polds in dem Sin­ne ge­meint, dass sie sich die Rück­nah­me der zen­tra­lis­ti­schen Re­for­men Jo­sephs II. zu­guns­ten re­gio­na­ler Pri­vi­le­gi­en er­hoff­ten. Ei­ne Hoff­nung, die ent­täuscht wur­de.

    Ge­gen­über der Me­ta­sta­sio-Fas­sung fällt an der Oper des Frei­mau­rers Mozart, die im­mer­hin im An­ge­sicht der Fran­zö­si­schen Re­vo­lu­ti­on ur­auf­ge­führt wur­de, auf, dass die Mil­de des Herr­schers nicht mehr aus des­sen Got­tes­gna­den­tum, son­dern aus sei­nen ei­ge­nen mo­ra­li­schen Über­zeu­gun­gen er­klärt wird.

    Sichern sich Ihre Tickets für einen vergnüglichen Opernabend in der Wiener Staatsoper und buchen Sie Ihre Karten jetzt auf viennaticket.at.

     
    (Quelle: wiener-staatsoper.at)